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2018-03-06: Theorie muss nicht grau sein

Lilija Geringer und Dr. Philipp Spitzer, AbsolventInnen der Uni Siegen, erhielten den 31. Studienpreis des Kreises Siegen-Wittgenstein für ihre Abschlussarbeiten. Beide Arbeiten verbinden die Theorie der Forschung mit der praktischen Anwendung im Alltag.

 Theorie muss nicht grau sein – dieses Motto zog sich durch die gesamte Verleihung des 31. Studienpreises des Kreises Siegen-Wittgenstein. Verliehen wurde er im Kulturhaus Lÿz an Lilija Geringer (Wirtschaftswissenschaften) und Philipp Spitzer (Didaktik der Chemie) für ihre hervorragenden Abschlussarbeiten. Beide Preisträger forschten für ihre Arbeiten in sogenannten MINT-Fächern. Damit sind Unterrichts- und Studienfächer aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik gemeint. „Wir müssen junge Menschen so früh wie möglich für den MINT-Bereich begeistern und sensibilisieren“, sagte Landrat Andreas Müller. „Die Uni Siegen sucht immer wieder die Kooperation mit Institutionen des Kreises, auch über den Studienpreis hinaus“, sagte Dr. Daniel Müller, Leiter des Graduiertenzentrums der Uni Siegen.

Lilija Geringer erforschte in ihrer ausgezeichneten Masterarbeit, wie VerbraucherInnen mit ihren Daten im Internet umgehen. In seiner Laudatio sagte Wirtschaftswissenschaftler Dr. Michael Schuhen von der Uni Siegen: „Die „Welt vernetzter Daten braucht ein gewisses Maß an Verbraucherkompetenz“. Genau diesem Thema ging Lilija Geringer nach. Sind sich VerbraucherInnen bewusst, dass sie gläsern sind? Nehmen sie es sogar billigend in Kauf, um den Komfort der digitalen Welt nutzen zu können?

Dazu führte die Master-Absolventin eine Studie mit 52 Teilnehmern im Alter von 16 bis 62 Jahren durch. Sie nahmen an einer Simulation teil, in der sie sich unter anderem in ein Netzwerk einloggen und eine App mit vorgegebenen Einstellungen installieren sollten. Lilija Geringer fand dabei heraus, dass sich die TeilnehmerInnen zwar der Gefahr von Datentransfers bewusst sind, aber ihr Verhalten nicht unbedingt ändern. Ein Fazit lautet, dass es immer mehr „Fallen“ für VerbraucherInnen gibt, je stärker Geräte vernetzt sind. Sie wünscht sich deshalb mehr Transparenz, Standards für Einwilligungserklärungen und Gütesiegel, sowie Standards für Datensicherheit bei Geräten. Mittlerweile arbeitet Geringer als Referendarin an einer Schule im Kreis Olpe und versucht die Ergebnisse ihrer Masterarbeit auf den Schulunterricht zu übertragen. „Digitale Kompetenz ist auch eine Schlüsselkompetenz für Schülerinnen und Schüler“, sagte sie.

„Was können Lehrerinnen und Lehrer dafür tun, dass sich Schüler für Chemie begeistern?“ Damit beschäftigte sich der zweite Preisträger des Abends, Dr. Philipp Spitzer. Er befragte für seine Studie rund 1.100 SchülerInnen der Jahrgangsstufen 8 und 11. Parallel entwickelte er, zusammen mit Prof. Dr. Martin Gröger vom Lehrstuhl Didaktik der Chemie, der auch die Laudatio hielt, das Unterrichtsprojekt „Chem-Trucking“. Mit diesem mobilen Umweltlabor können Schulen im Rahmen von Projektwochen eigenständig umweltanalytische Messungen durchführen. „Wir haben das Labor eingepackt und es auf der grünen Wiese wieder ausgepackt“, erzählte Spitzer. Er besuchte zusammen mit Teilnehmern der Studie und dem Chem-Truck drei Gewässer, um sie zusammen zu untersuchen. Das Projekt wird derzeit fortgeführt. „Je relevanter, lebensnäher der Unterricht, desto besser“, sagte Spitzer. Derzeit führt er eine Langzeitstudie zu diesem Thema an der Uni Wien durch, um seine Ergebnisse zu überprüfen, und um sie auch auf andere Fächer übertragen zu können.

Der Kreis Siegen-Wittgenstein stiftet und vergibt jährlich den Studienpreis. Der Preis zeichnet StudentInnen für herausragende praxisorientierte wissenschaftliche Arbeiten im kulturellen, gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Bereich aus. Dr. Philipp Spitzer erhielt 750 Euro und Lilja Geringer 500 Euro Preisgeld.

Von Vanessa Herrmann