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Rückblick auf jüngste Diskriminierungsstudien des ZöBiS

Das ZöBiS war mit einer Studie zum Thema "Racial Discrimination" von Bürger:innenanfragen auf diversen Konferenzen vertreten und konnte verhaltensökonomische Grundlagenforschung an Schulen betreiben. Ein weiteres Experiment befindet sich in der Planung.

78th Annual Midwest Political Science Conference (April 2021) 14.04.2021-18.04.2021 

 

Das ZöBiS war am 16.04.2021 mit dem Vortrag über "Racial Discrimination" von Bürger:innenanfragen an US-Politiker*innen auf der renommierten Fachtagung in den USA vertreten. Marius May und Ekkehard Köhler stellten ein Experiment zur empirischen Erfassung von Diskriminierung im US-Wahlkampf vor. Köhler und May replizierten während der US-Wahl im Oktober und November 2020 ein Experiment der Universität Berkeley aus dem Jahr 2009 und fanden dabei heraus, dass zur Wahl stehende Politiker*innen Anfragen von weißen Amerikaner:innen genauso häufig beantworten, wie Anfragen von Afro-Amerikaner:innen. Dies war 2009 noch bedeutend anders.

Gleichwohl fanden Sie heraus, dass Demokraten signifikant öfter den BLM-Supportern antworteten.

 

Die Kommentare der Teilnehmer:innen waren sehr gut für die weitere Vorbereitung der Diskriminierungsstudien, die aktuell am ZöbiS durchgeführt werden: So soll in der empirischen Analyse der Fokus noch mehr auf demographische Variablen gelegt werden, um mögliche Effekte präziser und eindeutiger herauszuarbeiten. Zusätzlich kann eine qualitative Untersuchung der Antworten sinnvoll sein, um weitere Erkenntnisse über das Verhalten der Politiker:innen gegenüber bestimmten Wählergruppen zu erhalten.

 

Mini-Conference der University of South California (Juli 2021) USC: 21.07.2021

Die Studie zur Prävalenz von Diskriminierung wurde insbesondere mit Blick auf das ideologische Treatment (Pro / Contra BLM) diskutiert. Die Teilnehmer:innen der Konferenz schlugen vor, für (mobile) News-Daten zur Polizeigewalt zu kontrollieren, um zu ermitteln, ob Politiker:innen auf diese Ereignisse reagieren. Ebenso wurde eine tiefergehende qualitative Untersuchung der Antworten angeregt.

 

Interne Konferenz des Walter Eucken Instituts am 22.07.2021

Um die Ergebnisse der ökonometrischen Analyse weiter zu verbessern, sollten das Alter und das Geschlecht der Politiker*innen manuell überprüft und gegebenenfalls verbessert werden.

 

 

Das ZöBiS führt verhaltensökonomische Grundlagenforschung an Schulen durch:

  

Wie lernen Schüler:innen am besten über sozioökonomische Kategorien wie Diskriminierung und Chancengleichheit? Wohl am ehesten durch die Konfrontation mit lebensnahen Experimenten. Mit dieser Idee zur Weiterentwicklung der wirtschaftsdidaktischen Forschung haben Anna Avdyli, Ekkehard Köhler und Marco Rehm ein Feldexperiment zur Bestimmung der Diversität an Schulen in NRW durchgeführt.

 

Die meisten Oberstufenleiter:innen bzw. Schüler:innen kennen diese Frage nur zu gut: Wie bewerbe ich mich bestmöglich um einen Platz in der Sekundarstufe II mit dem Ziel der Allgemeinen Hochschulreife? Bringt mir ein sehr guter Schulabschluss wirklich bessere Chancen ein, wenn ich mich auf dem ehrwürdigen Gymnasium der Stadt bewerben will?

 

Mehr als eine Absage, kann es ja nicht sein, dachten wir uns und sendeten allen Gymnasien, Berufskollegs und Gesamtschulen in NRW eine Bewerbung – natürlich randomisiert mit und ohne Migrationshintergrund, weiblich oder männlich und mit einem Notenschnitt von 1,3 bzw. 3,0.

 

Wir begannen die Studie nach der Bewerbungsphase für die Oberstufe (Q1), da wir uns um die Restplätze bewerben wollten. Dadurch gehen wir von einer hohen externen Validität unseres Experiments aus. Viele Schulen haben noch freie Plätze und können diese Restplätze denjenigen anbieten, die die Oberstufenleiter:innen gerne in ihrer Q1 haben wollen.

 

Mit genau diesem experimentellen Design sind wir im Rahmen unserer Erkundungsforschung über die Prävalenz von Diskriminierung ins Feld gegangen und haben untersucht, ob Schüler:innen mit Migrationshintergrund seltener eine Antwort von Schulen erhalten, als ihre Mitschüler:innen ohne Migrationshintergrund.

 

Es ist eine gute Nachricht, dass die Antwortrate über alle Treatments hinweg bei über 60 Prozent lag. Ganz genau lag sie bei 61,7 Prozent. Das ist in etwa doppelt so viel, wie in sogenannten „Audit-Studies“ in der Politik bzw. in der öffentlichen Verwaltung gefunden wird. Gleichzeitig bedeutet dies aber auch, dass etwa 40 Prozent unserer Anfragen keine Antwort erhielten. Das ist für die betroffenen Schülerinnen und Schüler kein gutes Zeichen. Nach Schularten differenziert, haben die Gymnasien mit 57 Prozent eine signifikant geringere Antwortrate als die Gesamtschulen mit 68 Prozent. Die Berufskollegs (64%) liegen nicht signifikant oberhalb der durchschnittlichen Antwortrate (61,7%).

 

Mehr zu den Ergebnissen erfahren Sie bald unter der Rubrik „Veröffentlichungen“.

 

 

Das Schüler:innen Experiment zur Bundestagswahl (Ab August 2021)

 

Wir untersuchen das Antwortverhalten von den Direktkandidaten der sechs gerade im Bundestag repräsentierten Parteien für die Bundestagswahl am 26.09.2021 auf Anfragen unterschiedlicher Schüler:innengruppen innerhalb der Erstwählerschaft. Hierbei unterscheiden durch die Treatments Geschlecht, Namensherkunft und Position zur doppelten Staatsbürgerschaft. Die Direktkandidat:innen werden per E-Mail nach ihrer Position zur doppelten Staatsbürgerschaft befragt. Hierdurch erwarten wir sowohl unterschiedlich hohe Responsivitätsraten in Abhängigkeit von der Partei des Kandidaten und der Treatments als auch unterschiedliche Inhalte der Antworten aufgrund von Identifikation, Geschlechterungleichheit, Partisanship und strategischen Verhaltens.