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Nachhaltig denken – Kaufverhalten hinterfragen

Schülerinnen und Schüler der Karl Kübel Schule forschen mit Wissenschaftlern am „Attitude-Behaviour-Gap“ Robert Bosch Stiftung nimmt Forschungsprojekt in das Programm „Our Common Future“ auf

Ein zentrales Anliegen der ökonomischen Bildung ist die lebensnahe Vermittlung wirtschaftlicher Zusammenhänge und deren kritischer Reflexion. Schülerinnen und Schüler sollen ein Verständnis erlagen, wirtschaftliche Sachverhalte zu bewerten und Alternativen zu benennen. Bei der Vermittlung ökonomischen Denkens zieht deshalb mehr und mehr das Konzept der Nachhaltigkeit in den Wirtschaftsunterricht ein.

An der Karl Kübel Schule in Bensheim verstetigt sich dieser Gedanke nicht nur bei diversen Aktionen am „hessischen Tag der Nachhaltigkeit“ (wieder am 6. September), sondern auch im Wirtschaftsunterricht. Speziell an der Fachoberschule befassen sich interessierte Schülerinnen und Schüler mit dem Themenkomplex, welcher von der Robert Bosch Stiftung gefördert wird. Ziel des von der Stiftung ausgeschriebenen Programms „Our Common Future – Schüler, Lehrer, Wissenschaftler forschen für die Welt von morgen“ ist die Bearbeitung eines interdisziplinären Forschungsprojekts durch Schülerinnen, Schüler und ihrer Lehrkräfte zusammen mit Wissenschaftlern.

Im gemeinsamen Projekt von Prof. Dr. Gunnar Mau (Zeppelin-Universität Friedrichshafen), Dr. Michael Schuhen (Universität Siegen) und Dr. Dirk Schlagentweith (Karl Kübel Schule Bensheim) soll der Attitude-Behaviour-Gap in der Gruppe junger Erwachsener untersucht werden. So zeigen Jugendstudien in den letzten Jahren einen anhaltenden Trend: Während Umweltschutz- und Nachhaltigkeitsdenken in dieser Altersgruppe weit verbreitet ist, spiegelt sich diese Einstellung kaum im tatsächlichen Kauf- und Konsumverhalten wider. Deshalb spricht man von einem Attitude-Behaviour-Gap. Einstellungen und Verhalten fallen auseinander, ohne dass man genau weiß, woran es liegt. Dieses Phänomen ist vor allem beim Bekleidungskauf dominant. Während auch hier nachhaltiges Handeln ein vordergründiges Ziel zu sein scheint, sind für das aktuelle Kaufverhalten vor allem Preis und Trends ausschlaggebend.

Forschungsziel soll es sein, dass die Schülerinnen und Schüler sich mit dem Attitude-Behaviour-Gap auseinandersetzen und Antworten auf die oben genannte Fragestellung finden. Hierzu lernen sie unter Hilfe von Lehrkräften und Wissenschaftlern das Wesen wissenschaftlichen Arbeitens, den Umgang mit Methoden der empirischen Sozialforschung und statistische Auswertungsverfahren kennen. Die Schülerinnen und Schüler schnuppern damit erstmals Hochschulluft und bekommen ein Gespür für wissenschaftliches Arbeiten.