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Sozialpolitik unterrichten

Wo liegen die zentralen Probleme des deutschen Sozialstaats? Muss die gesetzliche Rente reformiert werden? Waren die Arbeitsmarktreformen erfolgreich? Und ist das deutsche Sozialstaats-Modell überhaupt dauerhaft finanzierbar? - In den politischen Debatten ist das Thema „Sozialpolitik“ allgegenwärtig und nicht selten sogar wahlentscheidend. Die Beschäftigung mit dem Thema ist für Schüler spätestens dann von Relevanz, wenn das erste eigene Einkommen erzielt wird. Die Globalisierung hat die Sozialpolitik vor neue Herausforderungen gestellt. Aus wirtschafts- und politikdidaktischer Sicht erscheint eine Auseinandersetzung mit sozialpolitischen Fragestellungen daher unverzichtbar, wenn Debatten um den Wirtschaftsstandort Deutschland und die Reform des deutschen Sozialstaats kompetent geführt werden sollen. Ihnen muss sich der Unterricht stellen, wenn er junge Menschen verantwortungsvoll auf ihre aktuelle und zukünftige Lebenssituation vorbereiten will.

Nachfolgend werden empfehlenswerte und praktisch bewährte Unterrichtsmodule zum Thema „Sozialpolitik“ vorgestellt, die auf verschiedene Arten genutzt werden können:

  • in der hier vorgeschlagenen Reihenfolge (als Unterrichtsreihe);
  • in einer selbst gewählten, an die jeweiligen Lernvoraussetzungen angepassten Reihenfolge (als Unterrichtsreihe);
  • in Auszügen (als Unterrichtssequenz);
  • ganz exemplarisch (in einzelnen Unterrichtsstunden).

Im Fokus stehen kompetenzorientierte Lernarrangements zu folgenden Aspekten:

  • Abgabenbelastung und ihre Auswirkungen
  • Demographischer Wandel und die Zukunft der Rente
  • Arbeitsmarkt und Beschäftigungspolitik
  • Diskussion um Wohlfahrtsmessung
  • Deutscher Wohlfahrtsstaat im internationalen Vergleich
  • Didaktik der Sozialpolitik
Für Rückmeldungen zum Einsatz dieser Lernarrangements sind wir dankbar!


Das ZöBiS-Team

Sechs Unterrichtsmodule zum Thema

Sozialpolitik im Unterricht

I. Sozialpolitik für Einsteiger

Thematisiert werden Gehaltsabrechnung, Bruttolohn, Nettolohn, Lohnnebenkosten, Steuern, Sozialversicherungssystem und Probleme des Sozialstaats. Die Materialien sind für einen Einsatz in der Sekundarstufe I besonders geeignet. Zu den Materialien geht es hier: „Was vom Lohn übrig bleibt“ (siehe Lehrerportal „Steuern und Abgaben“, I.)

Weitere, besonders für die Sekundarstufe I geeignete Materialien („Sozialpolitik für Einsteiger“) liefert die Stiftung Jugend und Bildung in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Die Materialien sind nach Zielgruppen, Themen und Medien sortiert. Mithilfe eines Suchworts kann die Suche eingegrenzt werden. Zu den Materialien geht es hier:  http://www.sozialpolitik.com/materialien

Zur Überprüfung der erworbenen Kompetenzen und zur Vorbereitung der Vertiefungsmodule eignet sich folgender interaktiver Test: http://www.sozialpolitik.com/interaktiv/test


II. Demographischer Wandel und Zukunft der Rente

Ausgehend von konkreten und detaillierten Fallbeispielen entwickeln die Schüler im Rahmen dieses Konzepts ein nachhaltiges Verständnis der Rentenformel und der aktuellen Herausforderungen für die gesetzliche Rentenversicherung. Unterstützt durch präzise ausgearbeitete Rollenkarten werden die Schüler so in die Lage versetzt, eine fachlich fundierte Podiumsdiskussion zur „Rente 2060“ durchzuführen und dabei wichtige Regeln erfolgreicher Kommunikation für ihre zukünftige Lebensgestaltung zu nutzen.

Zu den von Dr. Marco Rehm erstellten Materialien geht es hier:


Ergänzend schlagen wir einen Beitrag der Fachleiterin Alexandra Labusch vom Zentrum für schulpraktische Studien in Engelskirchen vor: „Probleme des Sozialstaats am Beispiel der Rentenversicherung“, in: Politik & Co. 2, herausgegeben von Hartwig Riedel, Buchner Verlag, S. 94-109. Siehe hier: http://www.ccbuchner.de/titel-14084_2_2/politik_und_co_nrw_6896.html


Zur Vertiefung der fachlichen Hintergründe eignet sich die detaillierte und gut verständliche Darstellung im Lehrbuch von Wolfgang Leib und Lutz Schlafmann: „Allgemeine Wirtschaftslehre für Steuerfachangestellte“, 16. Auflage, Kiehl Verlag, darin das Kapitel „Arbeitsrecht und soziale Sicherung“ (inklusive Übungsaufgaben). Siehe http://www.kiehl.de/produkte/kiehl_web_produkt_1392324.aspx


III. Arbeitsmarkt und Beschäftigungspolitik

Anknüpfend an ein Marktmodell werden verschiedene Arbeitsmarktsimulationen entwickelt und in weiteren Schritten variiert. Dabei steht die Leitidee im Mittelpunkt, Lehrer in die Lage zu versetzen, die vorgestellten Aufgabenformate auf neue Themenfelder selbständig zu übertragen. Auf diese Weise werden Sach-, Methoden-, Urteils- und Handlungskompetenzen zu folgenden Aspekten trainiert:

  • zur Arbeitslosen-, Kranken-, Pflege-, Renten- und Unfallversicherung mithilfe der Methode „Der große Preis“
  • zum Arbeitsmarkt und zur Sozialversicherung mithilfe der Methode „Ampelspiel“
  • zum Arbeitsmarkt und zu beschäftigungspolitischen Maßnahmen mithilfe der Methode „Mystery“
  • zur Funktionsweise und zu den Stärken und Schwächen der Arbeitslosenversicherung mithilfe einer excel-basierten Simulation

Zu den von Gregor Pallast erstellten Materialien geht es hier :


Ergänzend schlagen wir einen Beitrag der Fachleiterin Alexandra Labusch vom Zentrum für schulpraktische Studien in Engelskirchen vor: „Einkommen zwischen Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit“, in: Politik und Co. 2, herausgegeben von Hartwig Riedel, Buchner Verlag, S. 76-91. Siehe hier: http://www.ccbuchner.de/titel-14084_2_2/politik_und_co_nrw_6896.html

Zur Vertiefung der fachlichen Hintergründe eignet sich die detaillierte und gut verständliche Darstellung im Lehrbuch von Wolfgang Leib und Lutz Schlafmann: „Allgemeine Wirtschaftslehre für Steuerfachangestellte“, 16. Auflage, Kiehl Verlag, darin das Kapitel „Arbeitsrecht und soziale Sicherung“ (inklusive Übungsaufgaben). Siehe http://www.kiehl.de/produkte/kiehl_web_produkt_1392324.aspx

 

IV. Diskussion um Wohlfahrtsmessung

Anhand einer rollengestützten Simulation (Enquete-Kommission "Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität" des Deutschen Bundestags) wendet sich das Unterrichtskonzept der Frage nach einer sinnvollen Alternative zur traditionellen Wohlfahrtsmessung zu. Der Unterrichtsvorschlag mündet darin, dass sich die Schülerinnen und Schüler an der viel diskutierten Frage nach einen neuen Wohlstandsindex mit selbstständig entwickelten und detailliert begründeten Beiträgen aktiv beteiligen. Dazu setzen sie sich mit bekannten Indizes (BIP, HDI, HPI und Gini-Koeffizient) auseinander und lernen, gemeinsam einen eigenen Wohlstandsindex zu entwickeln.

Zu den von Ulrich Krüger erstellten Materialien geht es hier:


Weitere empfehlenswerte Materialien zum Unterrichtskonzept von Ulrich Krüger und Gordon Tavernier wurden im Wochenschau-Verlag veröffentlicht, siehe http://www.wochenschau-verlag.de/der-sozialstaat-auf-dem-pruefstand.html


Ergänzend kann ein Vortrag von Hans Christian Müller (Handelsblatt) genutzt werden, um das BIP sowie alternative Wohlstandsindikatoren im Unterricht zu beleuchten: siehe http://www.schule-bw.de/unterricht/faecher/wirtschaft/fortbildungen/mat_lfb_wi/wi_politik/handelsblatt_alternative_wohlstandindikatoren.pdf



V.  Deutscher Wohlfahrtsstaat im internationalen Vergleich

Mit diesem Beitrag wird der Mikrokosmos des bundesdeutschen Sozialstaats verlassen und der Blickwinkel auf eine internationale Perspektive geweitet. Zentraler Bestandteil des Unterrichtskonzepts ist die induktive Puzzlemethode, mit der Schülerinnen und Schüler im Unterricht verschiedene europäische Sozialstaatstypen beleuchten und typische Problemfelder strukturieren können. Der Clou des Konzepts besteht darin, die Puzzle-Methode bereits am Anfang einer Unterrichtseinheit einzusetzen, um Wissen auf der Basis von Vorwissen und mit Hilfe von logischem Denken zu konstruieren und thematisch wichtige Begriffe, Prinzipien und Zusammenhänge selbstständig anzueignen.

Zu den von Julia Mertens und Michael Schultes erstellten Materialien geht es hier:

Weitere empfehlenswerte Materialien zum Unterrichtskonzept von Julia Mertens, Michael Schultes und Wolfgang Arnoldt wurden im Wochenschau-Verlag veröffentlicht, siehe http://www.wochenschau-verlag.de/der-sozialstaat-auf-dem-pruefstand.html

Ergänzend kann ein Beitrag von Frank Oschmiansky und Jürgen Kühl für die Bundeszentrale für politische Bildung genutzt werden, um wohlfahrtstaatliche Grundmodelle im Unterricht zu beleuchten: siehe http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/arbeitsmarktpolitik/55072/wohlfahrtsstaatliche-grundmodelle?p=all


VI. „Sozialpolitik unterrichten – drei Blickwinkel“ (Didaktik der Sozialpolitik)

Zu den von Herrn Prof. Dr. Nils Goldschmidt erstellten Materialien geht es hier:

Ergänzend kann ein Beitrag von Prof. Dr. Hans Jürgen Schlösser, Prof. Dr. Nils Goldschmidt und Dr. Michael Schuhen vom Zentrum für ökonomische Bildung in Siegen (ZöBiS) genutzt werden, um ordnungsökonomische Aspekte des Themas im Unterricht zu beleuchten. Zum Artikel geht es hier: Goldschmidt, Nils/ Schlösser, Hans Jürgen/ Schuhen, Michael: Gute Regeln für die Wirtschaft. F.A.Z. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20.06.2014, S. 18.