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RFZPlan

Im betriebswirtschaftlichen Planspiel „RFZPlan“ werden die Schülerinnen und Schüler vor das Problem gestellt, ein Unternehmen zu übernehmen und fortzuführen. Sie müssen fortan Mangement-Entscheidungen treffen in den Bereichen Produktion, Absatz, Investition sowie Material- und Informationsbeschaffung.
Produziert wird in diesem Unternehmen allerdings nur ein Produkt, das aus zwei Komponenten besteht: einem Blechgehäuse und einem Elektronikbauteil. Damit die einzelnen im Spiel agierenden Unternehmen Einfluss auf den Gesamtmarkt haben, werden alle Teilnehmer auf Märkte mit maximal neun Unternehmen aufgeteilt.
Die beiden Produktionsfaktoren Blech und Elektronik müssen mindestens eine Periode vor dem Zeitpunkt ihrer Verarbeitung eingekauft werden. Zu diesem Zeitpunkt (Zahlung bei Lieferung) wird ihre Bezahlung mit den in der gleichen Periode erwirtschafteten Erlösen aus dem Verkauf der Fertigerzeugnisse beglichen, soweit die hierfür benötigten Mittel ausreichen. Wird mehr Material beschafft als in einer Runde durch die Erlöse finanziert wird, muss der Rest über vorher aufgenommene langfristige Kredite finanziert werden, andernfalls werden teure kurzfristige Kredite veranschlagt. Der Absatz richtet sich nach dem Preis sowie nach den Ausgaben für Qualität und Werbung (Marketing). Die Wirkung der letztgenannten beiden Faktoren wird abgeschwächt in die nächste Runde weiter getragen. Das Gewinnkriterium ist der kumulierte Periodenüberschuss nach acht Entscheidungsperioden. Um über das Geschehen am Markt unterrichtet zu werden, kann jede Gruppe kostenpflichtige Marktinformationen über die abgelaufen Entscheidungsperiode bestellen.
In der ersten Periode des Spiels fallen lediglich die Entscheidungen über Ausstattung an Maschinen und Personal sowie die Beschaffung von Fertigungsmaterial für die zweite Periode – mit den Entscheidungen in Periode 1 ist die Produktionsgröße in Periode 2 festgelegt. Aufgrund eines Fixkostenanteils steigen im Planspiel die Durchschnittskosten bei steigender Produktion.
Die Rahmenbedingungen im Planspiel bleiben über die Perioden hinweg nicht gleich, sondern können durch den Spielleiter variiert werden. So kann der Spielleiter zum Beispiel Zinssätze, Steuersätze, Maschinenabschreibungen, Löhne, Preise des Fertigungsmaterials, usw. verändern. Die Schülerinnen und Schüler werden in den „News“ zu jeder Periode über Veränderungen in den Rahmenbedingungen informiert.

Zu einem auf RFZPlan basierenden Unternehmensplanspiel liegt eine empirische Untersuchung vor, in der das Verhalten der Beteiligten mit den Thesen der Gender-Forschung zu GründerInnenverhalten kontrastiert wurde (siehe Ebbers/ Rehm 2008). Es wurde nachgewiesen, dass die Teilnehmenden das vorhergesagte, sozialisierte Rollenverhalten im Planspiel reproduzierten, vor allem dass Frauen vorsichtiger vorgehen als Männer. Dies äußerte sich im speziellen darin, dass Frauen zum Zeitpunkt des Planspielstarts eine geringere Unternehmensgröße wählen, höhere Überkapazitäten halten (bezogen auf Maschinen und Arbeiter), mehr Kredite aufnehmen als nötig und in ihrem Marketingverhalten weniger experimentierfreudig sind.

RFZPlan wird mit Unterstützung des Ruhrforschungszentrums als Wettbewerb für Sekundarstufen-II-Schüler jedes Jahr im Herbst/Winter durchgeführt. Separate Planspiele für einzelne Kurse sind auf Anfrage möglich.
Das Modell von RFZPlan gibt es auch für den Sekundarstufen-I-Einsatz. Speziell für den Einsatz bei Schülerinnen und Schülern der Mittelstufe wurde das Modell didaktisch in seiner Komplexität reduziert, wobei die Funktionalität, also die Managementhandlungen beibehalten wurde.