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KOBoLD

Kompetenzoffensive Bad Berleburg Digital


Projektbeschreibung:

Die Digitalisierung verändert die Arbeits- und Organisationsweise öffentlicher Verwaltungen: Die Anwendung von Informationstechnologien (IT) ermöglicht es, effektiv auf Bürgeranfragen zu reagieren und die Servicequalität und Datensicherheit aufrechtzuerhalten oder sogar zu erhöhen. Gleichzeitig können mit dem Einsatz von IT Zeitersparnis, Fehlerreduktion und die Verschlankung interner Prozesse einhergehen. Wird IT in öffentlichen Verwaltungen verstärkt genutzt, entstehen modifizierte Bedarfe nach (IT-)Kompetenz und neue Rollenbilder. Die Haltung gegenüber der Digitalisierung ist dabei von besonderer Relevanz. Das Projekt KOBoLD (Kompetenzoffensive Bad Berleburg Digital) setzt hier an und möchte das Entscheidungsverhalten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der öffentlichen Verwaltung bei der Anwendung von IT erklären.

KOBoLD ist eine Kooperation zwischen der Stadt Bad Berleburg und dem Forschungskolleg Siegen (FoKoS). Das Projekt wird vom Nationalen E-Government Kompetenzzentrum (NEGZ) gefördert und knüpft an grundlegende Arbeiten der Entscheidungsforschung an, aus denen hervorgeht, dass viele Menschen die verfügbaren Geräte und Applikationen trotz des hohen Mehrwerts digitaler Technologien nur eingeschränkt nutzen und ihnen mit Skepsis oder sogar Angst begegnen. Die Erklärungswirksamkeit der gängigen Akzeptanzmodelle und der damit verbundenen Theorien stößt angesichts aktueller Entwicklungen allerdings an ihre Grenzen.

Im Projekt KOBoLD soll eine ganzheitliche Sicht auf die Technologieakzeptanz und die Verwendungsabsichten von Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern gewonnen werden. Basierend auf etablierten Akzeptanztheorien und neuen Befunden der Psychologie und Neurowissenschaft wird eine dreistufige Mixed-Methods-Studie (bestehend aus qualitativer Vorstudie, Testlauf und quantitativer Fragebogenstudie) durchgeführt, um ein integriertes Modell auf der Grundlage der „Status Quo Bias“-Perspektive zu entwickeln. Entwickelt wird dabei auch ein Workshop, der analog und digital besucht werden kann. Er soll die Ergebnisse der Studie in die Praxis übertragen, Rückschlüsse auf neue Stellenprofile in der öffentlichen Verwaltung ermöglichen und das neue Rollenverständnis von Führungskräften formen und stärken.

Die Befunde der Kurzstudie werden in einer Hochglanzstudie zusammengefasst und der Öffentlichkeit kostenlos bereitgestellt. Aufbauend auf die Studie soll nach der Projektphase ein praktischer Leitfaden zur zukünftigen Aus-, Fort- und Weiterbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausgearbeitet werden, der den zukunftsorientierten Diskurs in öffentlichen Verwaltungen über kommunale Grenzen hinaus beleben soll.

Förderung:

NEGZ Kurzstudien 2019

Kontaktperson (auf Seiten des Lehrstuhls):

Frederike Oschinsky (frederike.oschinsky@uni-siegen.de)

Laufzeit:
2019 – 2020

Projektförderung (gesamt):
95.500 €

Webseite:
folgt