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Aktionsforschung

Aktionsforschung - Forschung in der Wirklichkeit der Akteure

Die am Lehrstuhl grundlegende Forschungsmethodik ist die der Aktionsforschung. Der Ansatz der Aktionsforschung ist ein partizipativer Forschungsansatz, das heißt, es wird unter weitgehender Beteiligung der von der Forschung betroffenen Akteure im jeweiligen Feld geforscht. Die Perspektiven der „Beforschten“ werden ernst genommen und sie werden weitgehend in den Forschungsprozess integriert. Es werden ihre Sichtweisen in die Fragestellungen und die methodologische Bearbeitung des Forschungsgegenstandes aufgenommen und es ist Ziel der Aktionsforschung nicht über die Köpfe der Individuen hinweg zu forschen, so wie es die traditionelle Forschung immer noch bewerkstelligt. 

Aktionsforschung geht davon aus, dass es eine „objektive Forschung“ nicht gibt, sondern Forschung immer interessengeleitet ist. Es gilt daher als Forscher der Eigenart des Forschungsgegenstandes, sowie den subjektiven Sinndeutungen und Konstruktionen der Akteure gerecht zu werden. Aktionsforschung nimmt deshalb die subjektive Dimension im Forschungsprozess auf und nutzt die jeweils durch die Akteure aktualisierten Interpretationsmöglichkeiten in der sozialen Realität, um Handlungsmöglichkeiten der Beteiligten zu verändern und zu erweitern. Auch werden dadurch die systemischen Erfahrungen und Erkenntnisse der jeweilig Beteiligten nutzbar gemacht. Wir kommen durch diese partizipative Vorgehensweise zu emergierenden Lösungen, die gerade wegen der Mitwirkung der Akteure zum Feld passen und dort Akzeptanz finden. Neben dem Erkenntnisgewinn können wir auch das Engagement entfachen und die kulturelle Entwicklung anstoßen.  

Aktionsforschung betreiben heißt, um zu diagnostizieren, zu gestalten und erfolgreich Veränderungsprozesse zu begleiten, ist es unabdingbar, dass die Problemsicht, die Interessen, Konflikte, Machtstrukturen und kulturellen Besonderheiten des jeweiligen sozialen Systems gebührend berücksichtigt werden. Aktionsforschung versucht Personen, über deren soziales Prozessgeschehen geforscht wird, nicht zu bloßen Objekten der Forschung zu degradieren, wie es sonst in der Forschung üblich ist, sondern sie aktiv in den Forschungsprozess einzubeziehen. Dadurch bedarf es veränderter Forschungsmethoden und eines anderen Arbeitsstils der Forscher und Forscherinnen.  

Methodisch arbeiten wir vorwiegend mit „Dichten Beschreibungen“ (Clifford Geertz), strukturierten sowie unstrukturierten Interviews, Gruppendiskussionen, Sozialsystemanalysen auf der Grundlage der Systemtheorie durch teilnehmende und nichtteilnehmende Beobachtung, Soziometrie, Inhaltanalyse. Die Auswertung unserer Beobachtungen geschieht im wissenschaftlichen Dialog multiperspektiv, um damit einen größeren Ausschnitt der Wirklichkeit abzubilden. 

Der Verlauf der Forschung orientiert sich an unserem Prozessdesign des Solution Cycles: Diagnose, Therapie und Reflexion. Die Diagnose erfolgt in einer „neugierigen, offenen“ Haltung, die sich besonders auf Beobachtungen stützt. Auf Basis einer interaktiven Klärung des Aufgabenfeldes, der Ziele und der Bildung eines Common Ground kommen wir dann zur Entwicklung von Gestaltungs- und Veränderungsmöglichkeiten. Im abschließenden dritten Modus des Prozesses streben wir ein metasystemisches, substanzielles Lernen an (Reflexion).