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2016-09-22: ZöBiS-Lehrerfortbildung war ein voller Erfolg

Ein zentrales Anliegen der ökonomischen Bildung ist die lebensnahe und verstehbare Vermittlung wirtschaftlicher Zusammenhänge. Im Rahmen der jüngsten Lehrerfortbildung des Zentrums für ökonomische Bildung an der Universität Siegen (ZöBiS) sollte dieser Gedanke mithilfe lebendiger Fachvorträge und praxisnaher Lehr-Lern-Arrangements konkret veranschaulicht werden.

50 Lehrerinnen und Lehrer aus der Region und dem weiteren Umland hatten dazu ihren Weg an den Campus Unteres Schloss gefunden. Diesmal stand das Thema „Geld, Geldpolitik und finanzielle Bildung“ im Mittelpunkt der Vorträge und Workshops, und wie immer hatte sich das ZöBiS ausgewiesene Fachleute und erfahrene Praktiker zur Unterstützung mit ins Boot geholt. Lehrerfortbildung

Die Referenten öffneten wohltuend innovativ und integrativ die Perspektive auf den komplexen Lerngegenstand. So informierte Ralf Zimmermann (Deutsche Bundesbank) über die Hintergründe der geldpolitischen Aktivitäten der EZB und ihre Rolle in der Finanzkrise. Von der Analyse des Geldmengenwachstums im Euroraum über das Quantitative Easing-Programm und das Europäische Semester bis hin zur Reform des Stabilitäts- und Wachstumspaktes beleuchtete Zimmermann anschaulich und detailliert, warum die aktuellen geldpolitischen Maßnahmen der EZB aus Sicht der Bundesbank als wenig zielführend einzuschätzen sind.

Mit diesen Hintergrund-Informationen gerüstet gingen die Teilnehmer in die Workshops, die von Mitarbeitern des ZöBiS und Lehrern des kooperierenden Siebengebirgsgymnasiums Bad Honnef bestritten wurden. Handlungsorientierung und Praxisbezüge standen dabei im Mittelpunkt. Offenheit und Mehrdimensionalität zeigte sich sowohl in der Kombination ökonomischer, juristischer und sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse als auch im gelungenen Einsatz eines sehr reichhaltigen Methodenmix.

So präsentierten Fritjof Kollmann und Prof. Dr. Hans Jürgen Schlösser ein von ihnen selbstentwickeltes Planspiel zur Wirtschafts- und Geldpolitik. Aufgabe der Teilnehmer war es, in einem Krisenszenario hauptsächlich mit den Mitteln der Geldpolitik makroökonomische Größen, wie die Inflationsrate und die Arbeitslosenquote, positiv zu beeinflussen. Gregor Pallast und Dr. Marco Rehm simulierten wesentliche geldpolitische Instrumente der Zentralbank, verknüpften diese Instrumente mit aktuellen Daten und gaben den Teilnehmern die Unterrichtsmaterialien dazu gleich mit auf den Weg. Und die beiden Hauptorganisatoren der Veranstaltung, Manuel Froitzheim und Dr. Michael Weyland, präsentierten Lern- und Leistungsaufgaben zur Geldpolitik in einer digitalen Lernumgebung für den Ökonomieunterricht. Hier können die Schülerinnen und Schüler selbst interaktiv und multimedial die kompetenzorientierten Aufgaben erarbeiten.

Lehrerfortbildung

Höhepunkt des Tages war aber zweifellos der Vortrag des Kölner Exzellenz-Professors Dr. Matthias Sutter, der die verhaltensökonomischen Hintergründe des Tagungsthemas eindrucksvoll beleuchtete. Was ist wichtiger – das Heute oder das Morgen, Gegenwart oder Zukunft? Sutter stellte die Bedeutung der Geduld in den Mittelpunkt seines Vortrags und belegte mithilfe ausgewählter Längsschnittstudien eindrucksvoll deren Auswirkung auf die weiteren Lebensumstände, wie Gesundheit, Ausbildung, Verdienstmöglichkeiten oder Vermögen im Alter.

Das ZöBiS-Team zog ein positives Fazit der gesamten Veranstaltung. „Die Mischung aus Impulsvortrag und Workshops hat sich bewährt und die Reaktionen der Teilnehmer waren so positiv, dass wir die Fortbildung auch nächstes Jahr wieder in diesem Format anbieten werden“, so das Urteil des ZöBiS-Geschäftsführers Dr. Michael Schuhen. Dann wird die Veranstaltung bereits zum zehnten Mal durchgeführt.

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