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Katalog der UB Siegen

Entwicklungskonzeption für die Fakultät III

1. Strategiekonzeption

Das Entwicklungskonzept der Fakultät III orientiert sich am Leitbild der Universität Siegen ‚Zukunft menschlich gestalten‘. Dieses Leitbild impliziert für uns vor allem eine thematische Ausrichtung von Forschung und Lehre auf aktuelle und zukünftige gesellschaftliche Herausforderungen und auf Methoden zu deren Bewältigung. Für unsere Fakultät, in der fünf angewandte Wissenschaftsdisziplinen zusammenarbeiten, sind dies insbesondere:

  • Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz

  • Gesellschaftliche Differenzierung und Verteilungsgerechtigkeit

  • Governance in dezentralen Strukturen und Mittelstand

  • Innovation, Wissenstransfer, Entwicklung und Lernen

  • Durchdringung weiter Wirtschafts- und Lebensbereiche mit IT

Die Fakultät III begegnet diesen Herausforderungen, indem sich die einzelnen Fächer auf thematisch relevante Forschungsinhalte konzentrieren. Unsere Forschungsstrategie fördert die Bildung von fachlichen Schwerpunkten, die an den zuvor genannten Themenfeldern ausgerichtet sind. Zudem ist eine stärkere interdisziplinäre Kooperation sowohl zwischen einzelnen Fächern innerhalb der Fakultät III als auch fakultätsübergreifend intendiert.

Unsere Strategie stärkt außerdem Gruppen, die bereits internationale Sichtbarkeit und Renommee in relevanten Themenbereichen besitzen. Das Ziel ist dabei, ein Profil zu erlangen, das der Fakultät III europaweit ein Alleinstellungsmerkmal sichert.

2. Ist-Zustand

Die Fakultät III ist durch ihre Struktur wie kaum eine andere wirtschaftswissenschaftliche Fakultät in der Bundesrepublik zu interdisziplinärer Lehre und Forschung geeignet. Zwischen den überwiegend jungen, beziehungsweise im Zenit ihrer Leistungsfähigkeit stehenden Forschern herrscht eine Kultur der Kollegialität. Zudem besitzen einzelne Kollegen hohes internationales wissenschaftliches Renommee oder sind innerhalb der Region exzellent vernetzt. Bezüglich der Lehr- und Forschungsleistung sind einige Erfolge vorzuweisen:

  1. die Lehreinheit Wirtschaftswissenschaften, bestehend aus BWL, VWL und WI, liegt bezüglich der nach LOM (leistungsorientierte Mittelvergabe) bemessenen Forschungsleistung im bundesdeutschen Durchschnitt,

  2. bei den Drittmitteleinnahmen pro Mitarbeiter liegt die Lehreinheit Wirtschaftswissenschaften sogar auf dem dritten Platz in NRW,

  3. die Fakultät hat in den letzten acht Jahren die dynamischste Leistungsentwicklung aller Fakultäten (bzw. früherer Fachbereiche) der Universität sowohl bei Drittmitteln als auch bei Promotionen gezeigt. Beim letzten hochschulinternen Ranking zur Verteilung des Personalkostendefizits hat die Fakultät III als Beste abgeschnitten,

  4. gutes Abschneiden von BWL und VWL bei den letzten CHE-Rankings,

  5. Erfolgreiche Einrichtung eines englischsprachigen Master-Studiengangs in der Volkswirtschaftslehre (Master in Economic Policy Siegen / MEPS) mit hoher internationaler Studienplatznachfrage, reflektiert u.a. durch einen Spitzenplatz der VWL im CHE-Ranking im Bereich der Internationalisierung. 

Auf diesen Erfolgen aufbauend nimmt sich die Fakultät für die Zukunft vor, derzeit noch bestehende Verbesserungspotenziale auszuschöpfen. Konkret betrifft dies die Bereiche:

  1. Didaktische Konzepte: vor allem die Kernbereiche der Fakultät sollen durch Lehrinnovationen profitieren und so für leistungsstarke und motivierte Studierende noch attraktiver werden, 

  2. Kooperationsintensität mit der Region: die Kooperation mit regionalen Firmen und anderen Akteuren wird vorangetrieben,

  3. Umfang und Verteilung des Drittmittelaufkommens: insbesondere DFG-bezogene Aktivitäten werden weiter intensiviert,

  4. Interdisziplinäre Zusammenarbeit: innerhalb von Fakultät und Universität wird weitere forschungsmethodische und thematische Vernetzung angestrebt,

  5. Effektive Kommunikation: Erfolge der Fakultät und ihrer Forschungsschwerpunkte werden sichtbarer gemacht.

3. Strukturelle Entwicklung

Bei der Umsetzung der fakultätsinternen Spezialisierung und der fakultätsübergreifenden Vernetzung werden drei thematische Schwerpunkte gesetzt:

  • Stärkung des fakultätsinternen Forschungsfokus’ ‚Governance in dezentralen Strukturen und Mittelstand‘, (KMU, Innovation und Entrepreneurship, Corporate Social Responsibility, Compliance, Investitionsschutz, Rohstoffsicherheit, regionale Arbeits-märkte, Regionalentwicklung und regionale Wettbewerbsfähigkeit, Risk-Governance, u.a.) in Kooperation mit dem Forschungskolleg. 

  • Stärkung der Kooperation mit den Ingenieurwissenschaften in Forschung (Sensorik, Zivile Sicherheit, OR/Logistik, Produktion) und Lehre (Wirtschaftsingenieurstudiengänge)

  • Stärkung der Kooperation mit den Medienwissenschaften (Medienwirtschaft, Prosuming, User Driven Innovation, IP-Recht und Datenschutz, Human Centered Computing).

Die Entwicklung unserer Fakultät wird unter Beteiligung der ProfessorInnen, wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen MitarbeiterInnen sowie den Studierenden vorangetrieben. Außerdem werden wichtige Akteure aus der Region (z. B. aus Stadt, Kreis, IHK, Sparkasse, Industrie, Schulen, Bürgerschaft, Gewerkschaften, etc.) einbezogen. Zu diesem Zweck beruft das Dekanat einen wissenschaftlichen Beirat, der die Fakultät in Fragen der strategischen Ausrichtung und regionalen Vernetzung beraten wird. 

Bei Neuberufungen von Professuren wird die inhaltliche Schwerpunktsetzung berücksichtigt. Dies betrifft insbesondere folgende Stellen:

  • Denomination einer W3-Professur (LINUS) im Bereich BWL mit dem Schwerpunkt ‚Technologiemanagement‘ zur Stärkung der Verbindung zu den Ingenieurwissenschaften.

  • Strukturbildende Verwendung von Mitteln des Bundes zur Verbesserung der Lehre (Hochschulpakt II): Einrichtung von befristeten W1-Professuren in den Themenfeldern ‚IP-Recht‘ (Wirtschaftsrecht), ‚Marketing ‘ (BWL) und ‚Risk Governance’ (BWL). Zudem wird die W2 Professur mit der Denomination „Angewandte Mikroökonomik“ mit einem ‚Governance’-Schwerpunkt vorgezogen wiederbesetzt.

  • Strukturbildende Verwendung von Mittel des Bundes zur Forschungsförderung (Hochschulpakt II): Anträge für folgende Professuren: W3 ‚Ubiquitous Computing’ (Wirtschaftsinformatik), W1 ‚Compliance und Governance‘ (Wirtschaftsrecht). Außerdem Entwicklung zweier großformatiger Konzeptionen: eine im Bereich Governance, eine zweite an der Schnittstelle zur Medienforschung, welche durch eine DFG SFB-Antragstellung flankiert wird.

  • Im Zuge der Fokussierung und Qualitätsverbesserung sollen der Fakultät im Laufe der nächsten Jahre noch 2 bis 4 Eckprofessuren zugeführt werden. Eine davon sollte zur dauerhaften Einrichtung der LINUS-Professur eingesetzt werden.

4. Komplementäre Maßnahmen

Diese längerfristige inhaltliche Entwicklungsperspektive wird durch kurzfristig anzugehende, komplementäre Maßnahmen in den Bereichen Lehre, regionale Vernetzung, Forschung, Internationalität sowie Arbeitskultur komplettiert.

(1) Lehre (verantwortlich: Prodekan Lehre)

Wir überarbeiten unsere Studiengänge bei den anstehenden Reakkreditierungen sowohl im Hinblick auf die Inhalte als auch auf die Lehrmethoden. Wir führen diesen in den volkswirtschaftlichen Studiengängen begonnenen Prozess in der anstehenden Reakkreditierung der BWL-Studiengänge konsequent weiter fort. Ein wichtiges Ziel ist es, große Lehrveranstaltungen möglichst durch Doppellesungen zu verkleinern (in Englisch lesen oder Erhöhung paralleler Angebote durch Erweiterung der Wahlpflichtbereiche) und Übungen in tutoriell betreuten Kleingruppen durchzuführen. Die Lehrinhalte sollen noch stärker an Praxisproblemen und Fallstudien orientiert werden. Zudem ist geplant, Massenveranstaltungen jedes Semester anzubieten. Auf Master-Niveau wird der Bezug zu eigener Forschung oder alternativ zur Kooperation mit Praxispartnern gestärkt. Um die Studierenden intensiver betreuen zu können, werden erhebliche Bundesmittel für eine Verstärkung des akademischen Mittelbaus in der BWL und für studentische Tutorien eingesetzt.

Vision: Unsere Fakultät wird dafür bekannt, in Deutschland eine der innovativsten und praxisorientierteste Lehren zu bieten.

(2) Regionale Vernetzung (verantwortlich: Prodekan Regionaler Transfer)

Die Fakultät III hat im Bereich regionaler Vernetzungen bereits eine Vielzahl von Aktivitäten vorzuweisen: (1) Siegener Mittelstandsinstitut (SMI: Briskorn/Eigler/Hoch/Moog, LINUS-Professur), (2) Siegener Institut für Unternehmensbesteuerung, Wirtschaftsprüfung, Rechnungslegung und Wirtschaftsrecht (SUWI), (3) Südwestfälische Akademie für den Mittelstand (Stein/Wiedemann), (4) Tätigkeiten der Prorektorin Schramm-Klein, (5) Vielzahl von IT-Beratungs-, Entwicklungs- und Einführungsprojekten in regionalen Unternehmen (Bergmann/Grauer/Schäfer/Pipek/Wulf), (6) Beteiligung von regionalen Firmen in öffentlich geförderten Forschungsprojekten (Grauer/Pipek/Wulf), (7) Kooperationen mit Schulen und Bildungsträgern (Schlösser/Wulf), (8) verschiedene Firmenausgründungen (Grauer/Wiede-mann/Wulf), (9) Kooperation mit der IHK Siegen (Beck/Hefeker).

Regionaler Wissenstransfer und Vernetzung sind wesentliche Ziele unserer Universität. Insbesondere ab 2018 wird die Intensität der regionalen Vernetzung ein wesentliches Argument für die Überlebensfähigkeit der Universität Siegen liefern müssen. Eine für die wissenschaftliche Entwicklung der Hochschule und die strukturelle Entwicklung der Region optimale Form der Kooperation erfordert einen vertieften gegenseitigen Verständigungsprozess. Die Wege zu innovativen Formen der Kooperation in Forschung und Lehre, wie sie beispielsweise bereits das Siegener Mittelstandsinstitut und die Südwestfälische Akademie für den Mittelstand beschritten haben, sollen weiter mutig verfolgt werden.

Vision: Zwischen Fakultät und Region entsteht eine Vielzahl von Lerngemeinschaften zum wechselseitigen Vorteil.

(3) Forschung (verantwortlich: Prodekan Forschung)

Die Forschungsperformanz der Fakultät hat sich zwar kontinuierlich verbessert, weist aber insgesamt noch deutliches Entwicklungspotenzial auf. Ziel ist es, in den nächsten Jahren (1) mehrere DFG-Projekte einzuwerben, davon mindestens ein größeres Format (SFB, Graduiertenkolleg, Forschergruppe), (2) das Drittmittelvolumen weiter kontinuierlich zu erhöhen und zwischen den Fachgruppen auszubalancieren, (3) mehr hochrangige Veröffentlichungen zu erreichen. Die Förderstrategie der Fakultät konzentriert sich auf (a) den Ausbau des zusammengefassten Forschungsschwerpunktes Governance und Mittelstand sowie die Forschungsschwerpunkte Medien und Logistik (OR), (b) deren (interdisziplinäre) Vernetzung innerhalb der Fakultät, (c) deren Vernetzung mit anderen Exzellenzbereichen der Universität. Neuberufene Kolleginnen und Kollegen sollen durch entsprechende Ziel- und Leistungsvereinbarungen zur Einwerbung hochwertiger Drittmittel (insbesondere DFG) angehalten werden.

Vision: Unsere Fakultät hat in zwei bis drei Themenfeldern Forschungsgruppen, die zu den jeweils fünf besten in Europa zählen.

(4) Internationalität (verantwortlich: Prodekan Internationales)

Die Fakultät III intensiviert ihre Internationalisierungsbemühungen, auch in Kooperation mit dem International Office. Die Fakultät baut Strukturen aus bzw. schafft diese neu, mit denen der internationale Austausch von Studierenden und die internationale Kooperation von Wissenschaftlern gefördert werden. Hierzu gehört auch die Einführung eines systematischen Qualitätsmanagements für Partnerhochschulen und Austauschkandidaten gemeinsam mit dem International Office. Die Internationalisierung der Masterstudiengänge wird weiter vorangetrieben, ebenso die Möglichkeiten, Doppelabschlüsse zu erwerben. Die Internationalisierungserfolge im Bereich der VWL müssen nachhaltig gesichert werden. Um die Einbindung in internationale Netzwerke im Bereich der Lehre weiterzuentwickeln, wird im nächsten Jahr ein EU-Tempus-Antrag gestellt. Im Bereich der Forschung werden die Intensivierung des internationalen Doktorandenaustausches sowie die Ausrichtung kleinerer wissenschaftlicher Workshops und Konferenzen mit möglichst interdisziplinärem Charakter angestrebt.

Vision: Die Bildung und Weiterentwicklung von anspruchsvollen Schwerpunkten, die nicht nur innerhalb der Universität Siegen, sondern auch international als solche wahrgenommen werden.

(5) Arbeitskultur

Die anstehenden Veränderungen werden in einem beteiligungsorientierten Entwicklungsprozess unter Einbeziehung der verschiedenen Gruppen angegangen. Dabei kommen auch künstlerische, kreativitätsfördernde Techniken der Selbstreflexion zum Einsatz.

Zur Stärkung der Interaktion zwischen den Mitgliedern der Fakultät wird das bisher jährlich stattfindende Retreat weitergeführt und in seiner Frequenz erhöht, ebenso der Stammtisch. Spätestens beim Umzug ins Schloss sollten auch gemeinsame Kaffeeküchen und architektonische Transparenz die Kommunikation innerhalb der Fakultät erhöhen. Die Fakultät führt zudem weitere Maßnahmen durch, die das kollegiale Miteinander befördern und insbesondere auch bestehende Hierarchien zwischen verschiedenen Statusgruppen abbauen und damit zu einer fruchtbaren Forschungsumgebung beitragen.

Die Fakultät bekennt sich zu einer hohen Transparenz von Entscheidungsprozessen. Zur Stärkung der Leistungstransparenz wird ein Spreadsheet im Kollegium sichtbar gemacht, das wichtige Kenngrößen akademischer Performanz abbildet. Das Spreadsheet beinhaltet allgemeine und fachgruppenspezifische Leistungsvariablen. Das Dekanat legt regelmäßig gegenüber der Fakultät seine Budget-Planungen hinreichend spezifisch und vollständig offen.

Vision: Unsere Fakultät stärkt eine über Status- und Fachgruppen hinweg kollegiale, selbstkritische, innovationsfreudige und leistungsorientierte akademische Kultur.